Freiwillige Feuerwehr Pfettrach

Historie

Die Geschichte unserer Freiwilligen Feuerwehr

Unsere Chronik:

Mit dem Schreiben des königlichen Bezirksamtes Landshut vom 29. Dezember 1874 wurde die Gemeindeverwaltung Pfettrach aufgefordert, Auskunft zu geben, ob 1. die freiw. Feuerwehr in Pfettrach noch besteht und Aussicht auf ferneren Bestand hat, 2. wie viele Mitglieder sie zählt und wer der Kommandant ist und 3. ob und in welcher Weise sie mit den erforderlichen Requisiten ausgerüstet ist. Zugleich sollten die Statuen zur Einsicht vorgelegt werden.

Leider sind weder das Antwortschreiben noch die Statuen vorhanden. Es gibt jedoch einige Hinweise, dass bereits Ende 1874 bzw. 1875 die Freiwillige Feuerwehr Pfettrach gegründet wurde. So wird vom Bayerischen Landes-Feuerwehr-Verband am 1. Januar 1899 der Freiwilligen Feuerwehr Pfettrach deren Mitgliedschaft bestätigt und als

Gründungsdatum der 20. November 1874 angegeben. Aus dem ersten Mitgliederbuch ab dem Jahre 1876 sind die Namen der 35 Feuerwehrmänner der ersten Stunde ersichtlich. Die Geschichte des Vereins in der Gründerzeit leitete als Vorstand Johann Gruber, (Ostermeier), Feuerwehrhauptmann war Georg Stanglmayr, (Penker), die beiden Zugführer hießen Johann Heindl und Lorenz Stanglmayr, als Signalist fungierte Joseph Adlhoch. Die beiden Spritzenführer waren Kaspar Riggerl und Lorenz Rabauer. Außerdem waren mit Mathias Harthauer, Sebastian Stanglmayr, Jakob Bichlmeier, Georg Kleiner, Johann Frank und Johann Lehner Sechs Steiger sowie mit Johann Streicher, Michael Kolbeck, Georg Raab, Georg Dendl, Johann Fischer, G. Ziegenaus, Jakob Strasser, Sebastian Heindl, Joseph Hohenester, Johann Maier, Franz Alt, Sebastian Lehner, Peter Atzenböck, L. Kolmeder, Thomas Adlhoch, J. Stix, Johann Betz, Jakob Stauner, Georg Stauner, Alois Angerer, Johann Stanglmayr, und Anton Rabauer 22 Spritzenmänner. Die Steiger meldeten sich freiwillig und übten dabei die gefährlichste Tätigkeit der Feuerwehrmänner aus, was Mut, Umsicht, Entschlossenheit und auch Gewandtheit erforderte. Es wurden je eine Hauptübung im Frühjahr und im Herbst abgehalten und bereits 1877 wurde die Freiwillige Feuerwehr zu zwei Bränden nach Eugenbach gerufen. Eine Übersicht über den Stand des Feuerlöschwesens im Amtsbezirk Landshut vom 17. November 1875 gibt über Pfettrach folgendermaßen Auskunft: Die Mitgliederzahl der organisierten Freiwilligen Feuerwehr betrug 39. Zur Ausrüstung gehörten neben einer Druckspritze ohne Saugwerk mit Kuppelstücken auch zwei Feuerleitern und zwei Feuerhaken. Zu dieser Zeit gab es keine organisierten Gemeinde- bzw. Pflicht-Feuerwehr. Im Jahre 1882 fand laut Mitgliederbuch der erste Führungswechsel in der jungen Wehr statt: Georg Stanglmayr, Wirth, war nun Vorstand und Hauptmann wurde Sebastian Stanglmayr, (Kirmer). Der Fragebogen vom Mai 1882, das Feuerlöschwesen betreffend, gibt über die Mitgliederzahlen, den Ausrüstungsstand, etc. ungefähr sieben Jahre nach Gründung genaue Auskunft darüber. Im Jahre 1891 werden die 23 Mitglieder der Pflichtfeuerwehr aufgelistet. Dies waren die • Söldner: Franz Mayr, Lorenz Stauner, Michl Nebauer, Anton Loibl, Andreas Weinzierl aus Pfettrach, sowie Sebastian Molcher vom Abensberg, • Zimmermann: Georg Schmid, • Schuster: Joseph Scheibenpflug, • Maurer: Franz Xaver Wagner, • Gütler: Anton Rahbauer, • Müller: Sebastian Haindl, • Weber: Johann Bauer, • Müllerssohn: Martin Füßl, alle von Pfettrach, • Bauerssohn: Sebastian Zausinger von Höfen und • Knecht: Andreas Stix, Andreas Stanglmayr, Joseph Huber, Thomas Angerer von Pfettrach, Matthias Zellner von Höfen, Franz Kroiß von Buchenthal sowie Joseph Stauner und Martin Emslander von Haindlfeld. Somit taten in Pfettrach zu dieser Zeit in der Freiwilligen und Pflichtfeuerwehr insgesamt 47 Männer ihren Dienst. 1894 konnte zur Freude der ganzen Gemeinde von der Firma Justus Christian Braun, Feuerlösch-Geräte-Fabrik in Nürnberg, eine Saug- und Druckspritze zum Preis von 1380,- Mark angeschafft werden. Hierzu ist im Tagebuch des Johann Stanglmayr, (Penker), unterem 24. Oktober zu lesen: „Hans (Stanglmayr) die Feuerspritze geholt von der Bahn, ist von Fabrik Nürnberg, kostete 1380 Mk“ und unter 11. November 1894: „Monteur dagewesen von Nürnberg. Der hat die Feuerspritze probiert, muß 5 Jahre Garantie leisten, ist gut

gegangen, darf schon gut geh’n, kostete 1380 Mark!“

Im Februar 1931 erhielt die FFW Pfettrach ihre erste Motorspritze. So lieferte die Fa. Paul Ludwig aus Bayreuth für 3240,- Goldmark eine zweirädrige Motorspritze inklusive Zubehör mit einer Förderleistung von 600 Liter pro Minute.